Freight Collaboration aufgeklärt
Globale Lieferketten sind komplexe Systeme, an denen mehrere Beteiligte, Versender, Spediteure und Zollbehörden beteiligt sind. Jede Partei ist auf zeitnahe und genaue Informationen angewiesen, um die Güter effizient im Fluss zu halten. Viele Unternehmen verlassen sich jedoch weiterhin auf veraltete Methoden wie E-Mails, Tabellenkalkulationen und Telefonate, um die Zusammenarbeit im Frachtverkehr zu verwalten. Diese manuellen Prozesse schaffen Engpässe, erhöhen den Verwaltungsaufwand und verringern die Transparenz über den Versandstatus.
Das SAP Business Network for Logistics (BN4L) wurde entwickelt, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Es bietet eine cloudbasierte Plattform, die Versender und Logistikpartner in Echtzeit verbindet und so eine nahtlose Zusammenarbeit und Integration mit SAP Transportation Management (TM) ermöglicht. In diesem Artikel wird näher darauf eingegangen, wie BN4L Freight Collaboration funktioniert und warum sie ein entscheidender Wendepunkt für Versender ist.
Wieso Freight Collaboration wichtig ist
Die Zusammenarbeit mit dem LKW-Verkehr ist die Grundlage der Transportumsetzung. Es umfasst kritische Prozesse wie die Ausschreibung von Frachtaufträgen an Träger, die Bestätigung von Kapazität und Tarifen, die Nachverfolgung von Sendungen über mehrere Abschnitte und Modalitäten sowie den Austausch wichtiger Dokumente wie Proof of Delivery (POD) und Zollpapiere. Wenn diese Prozesse fragmentiert sind, hat dies erhebliche Folgen: verzögerte Lieferungen, höhere Kosten und Compliance-Risiken.
Ohne Plattform stehen Versender oft vor manuellen Kommunikationsschleifen, begrenztem Überblick über den Versandfortschritt und einem hohen administrativen Aufwand bei der Einarbeitung von Speditionen. Compliance wird zu einem Kopfschmerz, wenn Dokumente fehlen oder sich verzögern, und die operativen Teams verbringen Stunden damit, Updates zu verfolgen. In einer Welt, in der Geschwindigkeit und Transparenz zentrale Wettbewerbsvorteile bestimmen, sind diese Ineffizienzen nicht mehr akzeptabel.
Wie BN4L Freight Collaboration funktioniert
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Frachtauftrags Ausschreibung
Versender starten den Prozess in SAP TM, indem sie Frachtaufträge an BN4L veröffentlichen. Anbieter erhalten diese Ausschreibungen über das BN4L-Portal oder über API-Integration. Anstatt sich auf E-Mail-Ketten zu verlassen, können sie direkt innerhalb von BN4L Alternativen akzeptieren, ablehnen oder vorschlagen; dieser Ansatz verkürzt die Vorlaufzeiten. -
Execution & Tracking
Sobald ein Anbieter eine Ausschreibung annimmt, wird BN4L zum Zentrum für Ausführungsupdates. Zusteller können Meilensteine wie Abholung, Abfahrt und Ankunft melden, während BN4L sich mit Telematik und Transportsystemen integrieren kann, um eine Echtzeit-Zeiterfassung zu ermöglichen. Versender sehen alle Updates automatisch in SAP TM widergespiegelt, ohne manuelle Intervention. -
Dokumentenaustausch
Die Frachtausführung umfasst eine erhebliche Menge an Papierkram: PODs, Rechnungen, Zolldokumente. BN4L digitalisiert diesen Prozess, indem es den Anbietern ermöglicht, Dokumente sicher hochzuladen. Dies gewährleistet die Einhaltung der Vorschriften, beschleunigt die Rechnungsstellung und verringert das Risiko verlorener Unterlagen.Abbildung 2: Spediteur Ansicht - Meldung und Übertragung der Ladungsbestätigung/ Bildquelle: leogistics -
Integration
BN4L ist mit SAP TM integriert und sorgt für einen reibungslosen Datenfluss zwischen Planung und Ausführung. Es unterstützt außerdem APIs für Nicht-SAP-Systeme, was es für vielfältige Logistikökosysteme flexibel macht. EWM und SAP Yard sind ebenfalls Teil des Ökosystems und sorgen für Kommunikation und Transparenz über alle SAP-Logistiklösungen hinweg.
Abbildung 3: Integration zum TM: Dokumentenübergabe zentral im TM gespeichert / Bildquelle: leogistics
Wichtige Vorteile für Verlader
Für Versender bietet BN4L greifbare Vorteile, die über die operative Effizienz hinausgehen:
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End-to-End-Sichtbarkeit
Echtzeit-Updates zum Versandstatus ermöglichen proaktive Entscheidungen, Treffen und Bearbeitung von Ausnahmen. -
Schnellere Ausschreibung
Automatisierte Antworten der Anbieter verkürzen die Lieferzeiten und verbessern das Serviceniveau. -
Reduzierter Verwaltungsaufwand
Kein Jagen mehr nach Anbietern für Updates oder Dokumente, alles ist zentralisiert. -
Compliance und Auditbereitschaft
Der digitale Dokumentenaustausch gewährleistet Rückverfolgbarkeit und vereinfacht Audits. -
Skalierbarkeit
Das Einarbeiten neuer Anbieter wird zu einer Frage der Konfiguration, nicht der IT-Projekte.
Diese Vorteile führen zu Kosteneinsparungen, verbesserter Kundenzufriedenheit und einer stärkeren Wettbewerbsposition auf dem Markt.
Wo BN4L in der Lieferkette passt
BN4L spielt eine kritische Rolle in der Ausführungsebene von Transportprozessen. Im Upstream übernimmt SAP TM die Planung und Optimierung, die Auswahl von Spediteuren, die Berechnung der Kosten und die Terminplanung von Sendungen. BN4L fungiert anschließend als Kollaborationsplattform und verbindet Versender mit Trägern für Ausführung und Echtzeitkommunikation.
Dock Appointment Scheduling in BN4L
Das Management von Dock-Terminen ist ein entscheidender Aspekt der Transportabwicklung, insbesondere für Verlader, die große Lagerhäuser oder Verteilzentren betreiben. Schlechte Koordination bei Be- und Entladestellen führt häufig zu Staus, stillstehenden Lkw und verpassten Zeitfenstern, was letztlich die Kosten erhöht und das Serviceniveau senkt. Traditionell werden diese Termine per Telefonat oder E-Mail vereinbart, was zeitaufwendig und fehleranfällig ist.
SAP Business Network for Logistics (BN4L) führt einen schlanken Ansatz zur Terminplanung von Dockterminen ein, indem Versender und Transportunternehmen miteinander verbunden werden:
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Integrierte Planung
Anbieter können über das BN4L-Portal direkt Zeitfenster für das Be- oder Entladen buchen. Dies entfällt die manuelle Koordination und stellt sicher, dass Termine mit der Lagerkapazität und den betrieblichen Einschränkungen abgestimmt sind. -
Echtzeit-Sichtbarkeit
Sowohl Versender als auch Spediteure haben Zugang zum gleichen Zeitplan, was Missverständnisse und letzte Änderungen reduziert. Wenn ein Anbieter neu terminieren muss, werden Updates sofort im System angezeigt. -
Integration mit SAP TM & EWM
Dock-Termine sind mit Frachtaufträgen und Transportplanung in SAP TM verknüpft. Das bedeutet, dass Änderungen im Terminplan die zugehörigen Transportdokumente und Meilensteine in beiden Systemen automatisch aktualisieren.
Das Ergebnis ist ein effizienterer und transparenterer Prozess, der Leerlaufzeit reduziert, Ressourcennutzung verbessert und eine Zusammenarbeit zwischen Versender und Spediteuren fördert. Für Unternehmen, die hohe Versandmengen bewältigen, kann diese Funktionalität die Betriebsleistung und Kundenzufriedenheit erheblich verbessern.
Dispute Management im BN4L
Key Features im BN4L Dispute Management:
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Zentralisierte Kommunikation
Anstelle verstreuter E-Mails werden Streitigkeiten innerhalb von BN4L protokolliert und nachverfolgt. Sowohl Versender als auch Spediteure können den Status und die Geschichte jedes Falls einsehen, was Missverständnisse vermeidet. -
Dokumentbasierte Lösung
Unterstützende Dokumente wie Liefernachweis (POD), Rechnungen und Zollpapiere können direkt dem Streitprotokoll angehängt werden. Das beschleunigt die Validierung und Entscheidungsfindung. -
Integration mit der Frachtabwicklung
Das Streitmanagement ist mit dem Frachtabwicklungsprozess in SAP TM verknüpft. Wenn ein Streit beigelegt ist, werden die Vergleichsdokumente automatisch aktualisiert, um die finanzielle Genauigkeit zu gewährleisten. -
Transparenz und Prüfbarkeit
Jede während des Streitbeilegungsprozesses ergriffene Maßnahme wird aufgezeichnet, wodurch eine klare Prüfungsspur für Compliance und interne Überprüfung entsteht.
Abbildung 4: Tranzparente Übersicht in Klärungsfällen/ Bildquelle: leogistics
Durch die Digitalisierung des Streitmanagements hilft BN4L Versendern, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren, die Lösungszeiten zu verkürzen und gute Beziehungen zu den Spediteuren aufrechtzuerhalten. Diese Funktionalität ist wertvoll für Unternehmen, die hohe oder niedrige Versandmengen verwalten, da jede Verzögerung bei der Streitbeilegung den Cashflow und die operative Effizienz beeinträchtigen kann.
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