eCMR wird zum Standard: Warum der elektronische Frachtbrief jetzt an Bedeutung gewinnt

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Christian Carhaun

Der CMR-Frachtbrief begleitet internationale Straßentransporte in Europa seit Jahrzehnten. Er dokumentiert die wichtigsten Informationen zu einer Sendung und dient als Nachweis für die ordnungsgemäße Durchführung des Transports.

Im Folgenden wird ein beispielhafter End-to-End-Prozess für die Integration von SAP EWM, TM und GTS anhand des Prozesses „Ausfuhrgenehmigung durch Versender“ dargestellt. SAP TM übernimmt dabei die Rolle des Bindeglieds und ist sowohl mit dem SAP EWM als auch mit dem SAP GTS verbunden. Eine direkte Verbindung zwischen EWM und GTS besteht nicht.

Doch die Transportlogistik verändert sich. Papierbasierte Dokumente führen zu manuellen Aufwänden, Verzögerungen und Medienbrüchen. Der elektronische Frachtbrief – kurz eCMR – gewinnt deshalb zunehmend an Bedeutung.

Zusätzlichen Schub erhält die Entwicklung durch die europäische eFTI-Verordnung (Electronic Freight Transport Information). Ab dem 9. Juli 2027 müssen die zuständigen Behörden in allen EU-Mitgliedstaaten Transportinformationen elektronisch akzeptieren, sofern diese über zertifizierte Plattformen bereitgestellt werden.
Papierdokumente bleiben zwar weiterhin möglich. Die Richtung ist jedoch eindeutig: Die Zukunft der Transportabwicklung ist digital.

Warum setzt sich eCMR nicht längst flächendeckend durch?

Der elektronische Frachtbrief ist kein neues Konzept. Seine rechtliche Grundlage bildet das Zusatzprotokoll zur CMR-Konvention, das bereits 2011 in Kraft getreten ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der eCMR dieselbe rechtliche Beweiskraft besitzen wie ein papierbasierter Frachtbrief.
Trotzdem werden viele Transporte noch immer mit Papierdokumenten abgewickelt. Der Grund liegt dabei weniger im Frachtbrief selbst als in den Prozessen und Systemen dahinter.
An einem Transport sind häufig mehrere Parteien beteiligt:
  • Verlader
  • Spediteure
  • Frachtführer
  • Fahrer
  • Empfänger
Diese Beteiligten arbeiten oft mit unterschiedlichen Systemen, technischen Voraussetzungen und organisatorischen Abläufen. Ein elektronischer Frachtbrief muss daher weit mehr leisten als die digitale Abbildung eines Dokuments.

Er muss unter anderem:

  • Transportdaten aus verschiedenen Systemen zusammenführen
  • Änderungen und Ereignisse nachvollziehbar dokumentieren
  • elektronische Bestätigungen ermöglichen
  • rechtliche Anforderungen berücksichtigen
  • alle Beteiligten entlang der Transportkette einbinden
  • auch im operativen Tagesgeschäft einfach nutzbar sein
Genau diese Verbindung aus regulatorischen Anforderungen, Systemintegration und praktischer Anwendung hat die flächendeckende Einführung von eCMR bislang erschwert.

Die Lücke zwischen SAP-Transportprozessen und eCMR

Viele Unternehmen steuern ihre Transporte bereits mit SAP-Systemen. Dazu gehören beispielsweise SAP ERP, SAP Transportation Management (SAP TM) oder SAP LE-TRA im Kompatibilitätsmodus.
In diesen Systemen werden Transportaufträge geplant, Frachtkosten ermittelt und logistische Prozesse gesteuert. Was jedoch häufig fehlt, ist eine standardisierte End-to-End-Lösung für die Erstellung, Bearbeitung, Bestätigung und Nachverfolgung elektronischer Frachtbriefe.
Die Herausforderung besteht also nicht darin, Transportdaten zu speichern. Entscheidend ist vielmehr, diese Daten in einen digitalen und kollaborativen Prozess zu überführen, der alle relevanten Partner einbindet.
Daraus entsteht eine Lücke zwischen den operativen Transportprozessen in SAP und der praktischen Umsetzung von eCMR.

Wie leogistics eCMR in SAP-Prozesse integriert

Mit der eCMR-Lösung auf Basis der SAP Business Technology Platform (SAP BTP) schließt leogistics diese Lücke.
Die Lösung bildet nicht nur ein digitales Dokument ab. Sie unterstützt einen durchgängigen Prozess für:
  1. die Erstellung des elektronischen Frachtbriefs
  2. die Bearbeitung durch die beteiligten Partner
  3. die elektronische Bestätigung von Transportereignissen
  4. die Dokumentation von Abweichungen und Schäden
  5. die Nachverfolgung des gesamten Transportverlaufs
Die relevanten Transportdaten werden direkt aus den führenden SAP-Systemen übernommen und automatisiert in der Anwendung bereitgestellt. Unterstützt werden unter anderem:
  • SAP ERP
  • SAP Transportation Management
  • SAP LE-TRA im Kompatibilitätsmodus
Durch die direkte Datenübernahme entfällt die manuelle Übertragung von Informationen. Das reduziert Fehlerquellen und verbessert die Datenqualität im gesamten Transportprozess.
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Alle Beteiligten digital einbinden

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für eCMR ist die Einbindung aller Beteiligten entlang der Transportkette.
Versender, Frachtführer und Empfänger können die für sie relevanten Prozessschritte digital bearbeiten und bestätigen. Auch Transportereignisse wie die Übernahme der Ware, die Ablieferung oder festgestellte Schäden lassen sich strukturiert dokumentieren.
So entsteht eine durchgängige und nachvollziehbare Dokumentation des Transports – vom Versand bis zur Zustellung.

Dabei muss die Digitalisierung nicht nur im Backend funktionieren. Sie muss auch im operativen Alltag praktikabel sein:

  • auf der Rampe
  • beim Frachtführer
  • beim Fahrer
  • bei der Warenannahme
  • in der Transportadministration
Genau hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen einem rein digitalen Dokument und einem integrierten eCMR-Prozess.

Mehr als ein digitaler Frachtbrief

Der größte Nutzen von eCMR entsteht nicht allein durch den Verzicht auf Papier. Entscheidend ist die Integration in bestehende Transport-, SAP- und Folgeprozesse.

Unternehmen können dadurch unter anderem profitieren von:

  • durchgängigen digitalen Frachtbriefprozessen
  • schneller verfügbarer Proof-of-Delivery-Dokumentation
  • weniger manuellen und administrativen Aufwänden
  • höherer Datenqualität durch automatisierte Datenübernahme
  • mehr Transparenz über den Transportstatus
  • einer besseren Nachverfolgbarkeit von Schäden und Abweichungen
  • schnelleren Folgeprozessen
  • einer beschleunigten Frachtenprüfung und Fakturierung
  • einer revisionssicheren Dokumentation von Transportereignissen
  • einer Reduzierung papierbasierter Prozesse

Besonders relevant ist die unmittelbare Verfügbarkeit des Liefernachweises, des sogenannten Proof of Delivery (POD). Sobald die Zustellung digital dokumentiert ist, kann der Nachweis in angrenzenden Prozessen weiterverarbeitet werden.

Davon profitieren beispielsweise:

  • Reklamationsmanagement
  • Frachtenprüfung
  • Abrechnung
  • Kundenservice
  • Transportanalysen
Gleichzeitig entsteht eine belastbare Datengrundlage, um Transportprozesse auszuwerten und kontinuierlich zu verbessern.

eFTI als zusätzlicher Digitalisierungstreiber

Mit der eFTI-Verordnung steigen die Anforderungen an die digitale Bereitstellung von Transportinformationen. Für Unternehmen bedeutet das: Transportdaten müssen künftig stärker strukturiert, verfügbar und systemübergreifend nutzbar sein.
eCMR kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Der elektronische Frachtbrief schafft die Grundlage für eine digitale Dokumentation zentraler Transportinformationen und unterstützt Unternehmen dabei, Medienbrüche zu reduzieren.
Allerdings reicht es nicht aus, lediglich bestehende Papierformulare elektronisch abzubilden. Nachhaltige Digitalisierung entsteht erst, wenn Dokumente, Transportdaten und operative Prozessschritte miteinander verbunden sind.

Jetzt die Grundlage für eCMR schaffen

Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob Transportdokumente digitalisiert werden. Vielmehr geht es darum, wie sich eCMR effizient, rechtssicher und ohne Medienbrüche in die bestehende Systemlandschaft integrieren lässt.

Mit ihrer SAP-basierten eCMR-Lösung bietet leogistics Unternehmen eine Möglichkeit, genau diese Herausforderung anzugehen. Die Verbindung von SAP-Transportdaten, digitaler Dokumentation und operativer Zusammenarbeit macht den elektronischen Frachtbrief zu einem integrierten Bestandteil moderner Transportprozesse.
Unternehmen, die heute die technischen und organisatorischen Grundlagen schaffen, können künftig von effizienteren Abläufen, höherer Transparenz und einer besseren Datenqualität profitieren.

Fazit

eCMR ist damit weit mehr als die digitale Ablösung eines Papierdokuments. Es ist ein wichtiger Schritt hin zu einer durchgängig vernetzten und zukunftsfähigen Transportlogistik.

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Schicken Sie uns eine Mail unter info@leogistics.com.

Alexander Regin-Lück
Senior Consultant SAP Logistics

Imke Schürenstedt
Consultant SAP Logistics

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Annabell Kähler
Leitung People, Culture & Corporate Communication

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